It`s Birthday Time! Wo ist bloß die Zeit geblieben? L´arte feiert 20 Jahre und das haben wir vor allem euch zu verdanken! Damit auch ihr an unserer Feier teilhaben könnt, würde ich euch gerne mit dem folgenden Post in die Geschichte von L´arte eintauchen lassen. Unsere Geschichte ist eine ganz bezaubernde, die Geschichte unserer Familie. Die Geschichte, wie wir uns alles erarbeitet haben. Die Geschichte, wie wir zu dem geworden sind, was wir immer sein wollten.

Wie Alles begann…

 

 

 

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Vor circa 40 Jahren begann die Reise einer leidenschaftlichen Friseurin namens Giuseppina. Die Geschichte beginnt in Italien.

Wie ihre Tante sie prägte

Die damals 8 Jährige wuchs in Italien auf und verbrachte nach der Schule jeden Tag im Friseurladen ihrer Zia Rosetta. Diese Zia war eine wahrhaftige Schneidekünstlerin. Sie war neben dem Beruf auch eine großzügige und gutherzige Frau, die meine Mutter sehr prägte. Ich selbst kenne diese Frau nur von blassen Erinnerungen und einer Geschichte. Aber wenn ich an sie denke, habe ich immer dasselbe Bild von ihr im Kopf. Eine Frau, die dauerhaft eine Zigarette im Mund hatte, laut, selbstbewusst und voller Überzeugung in jeder Bewegung mit sich brachte.

Eine Geschichte

Meine Mutter erzählte mir immer diese eine Geschichte, die sie damals so faszinierte. Es war die Geschichte einer Freundin ihrer Tante die unterwegs erzählte, wie unglücklich sie mit ihren Haaren momentan sei. Da zog Zia in der Geschichte das Messer und zauberte mit einem losen Rasiermesser eine wunderschön liegende Frisur. Giuseppina wuchs zeitlich ohne Eltern in Italien auf. Diese zogen nach Deutschland, um dort etwas aufzubauen. Sie sollte dann nachträglich geholt werden. Gerade in dieser Zeit verbrachte sie jeden Tag im Laden von Zia Rosetta. Sie wurde von dem Duft, der Atmosphäre und der Leidenschaft ihrer Tante zu diesem Beruf infiziert.

Die Geschichte meiner Eltern – 1 Traum

10 Jahre später stand für meine Mutter vor allem Eines fest. Sie wollte Friseurin werden, am liebsten die beste Friseurin Deutschlands. In Deutschland hatten Giusis Eltern ein Restaurant eröffnet, das sie ebenfalls im Familienbetrieb führten. Für Giusis Vater war es unvorstellbar seine Tochter in einem anderen Betrieb, unter der Aufsicht eines fremden Mannes arbeiten zu lassen. Weswegen es ihr verboten war, den Beruf zu erlernen und ihn später auszuführen. Nachdem er sie etliche Male dabei erwischte, wie sie in verschiedenen Friseurläden aushalf, entschloss er sich dazu, das Verbot aufzuheben. Er entschloss sich, sie zu unterstützen die Ausbildung anzufangen.

Die Liebe

Mit 21 traf sie dann den 26 jährigen Pasquale, dessen Bruder derzeit mit seiner Frau bereits als Friseure selbständig war. Pasquale hatte bis zu diesem Zeitpunkt etliche Berufe angefangen und kurze Zeit später wieder aufgehört, da ihm keine Tätigkeit Freude bereitete. Mein Vater entschloss sich, sich meiner Mutter und ihrem Traum voll und ganz hinzugeben. Auch er lernte das Handwerk, um an ihrer Seite gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Ein neuer Plan

Zuerst starteten sie ein Unternehmen zu 4. Das heißt, sprich mein Onkel, seine Frau, mein Vater und meine Mutter. Leider wurde dann auf Dauer klar: 4 Chefs sind 2 zu viel!

Also musste ein neuer Plan her.

Die L’Arte Geschichte in Mannheim

Nach langem Umschauen kamen Pasquale und Giuseppina auf einen wunderschönen Raum in der Augustaanlage. Er wurde von einem Friseur mit Kabinen, zu dieser Zeit war es normal in getrennten Kabinen bedient zu werden, hinterlassen. Unsicher übernahmen sie es. Sie wurden ins kalte Wasser geschmissen, denn sie hatten keine andere Wahl als auf das Schicksal zu vertrauen.

Heute vor 20 Jahren eröffneten die beiden unseren Salon L’Arte

07.02.1997, von diesem Tag an bauten sich Pasquale und Giuseppina ihr ganz eigenes Reich. Ein Reich, das genau ihren Vorstellungen entsprach. Das ihre Seele und Leidenschaft zum Detail widerspiegelte. Von Jahr zu Jahr vergrößerten sie den Laden, rissen Wände runter, zogen Neue hoch und dekorierten nach Herzenswunsch. Mit der Selbständigkeit wuchs auch der eigene Geschmack, die Überzeugung zu dem, was sie taten und die Lust nach mehr.

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Ihr Traum

Mit dem Hintergedanken die beste Friseurin Deutschlands zu werden und dem großen Wunsch ihre zwei Kinder liebevoll und achtsam groß zu ziehen, gelangten meine Eltern oft an ihre Grenzen. Auch Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen blieben nicht aus. Vor allem am Anfang war es sehr hart, denn zu dieser Zeit waren Friseure einfache Dienstleister. Leider gab es kaum Nachfrage nach einfallsreichen und stylischen Frisuren.

Entscheidungen

Meine Mutter litt sehr, da die Dauerwelle und Waschen ihr größter Albtraum waren. Es gibt Momente im Leben an denen man an den Punkt der Entscheidung kommt. Aufgeben oder weitermachen. Wirklich wachsen und vorankommen kann man nur, wenn man keine andere Wahl hat, als einfach weiter zu machen. Und genau so erging es den Beiden. Egal was auf sie zukam, sie kämpften, fielen, richteten sich wieder auf und machten einfach genau da weiter wo sie aufgehört hatten.

Unsere Stärken

Gerade das perfekte Zusammenspiel von Pasquale und Giuseppina ist das, was den Laden und das komplette Erscheinungsbild ihrer Familie so ausmacht. Sie sind wie aufeinander abgestimmt. Giuseppina ist die kreative, einfallsreiche, vielfältige, mutige und größenwahnsinnige. Pasquale ist das handwerklich begabte „Brain“ in der ganzen Geschichte. Er kann dir dein Haus bauen, den liebevollsten Teller Nudeln zubereiten, die Waschmaschine reparieren, deine Finanzen managen, dich über Politik und die Welt aufklären und hat erst Ruhe wenn er zu deinem Problem die passende und effektivste Lösung gefunden hat.

Gut vorstellbar, dass wenn solche zwei Menschen auch noch tiefe Liebe verbindet dort nur ganz wundervolle Dinge entstehen können.

Meine Schwester und ich

Meine Schwester und ich wuchsen also in der Selbständigkeit auf. Es war normal für uns, Vollzeit arbeitende Eltern zu haben. Es gab etliche Tagen an denen wir das doof fanden. Denn sie kamen täglich erschöpft nach Hause und hatten kaum Energie uns zu unterhalten. Selten haben sie sich unsere Geschichten angehört oder gar bei unseren Hausaufgaben geholfen. Die anderen Tage verbrachten wir komplett im Laden und halfen wo wir konnten. Damals fanden wir es ätzend, aushelfen zu müssen. Wir waren noch relativ jung. Doch meine Eltern erklärten mir immer, wie sehr sie unsere Hilfe benötigen. Also hatten wir keine andere Wahl. Ich erinnere mich wie selbstständig wir waren, weil wir es gewohnt waren, auf uns selbst gestellt zu sein, während Mama und Papa eben arbeiteten. Um ehrlich zu sein liebten wir es, wir hatten keine Regeln und der Fernseher lief den ganzen Tag ohne, dass jemand gemeckert hat. Einfach super eben.

Unsere Prägung

Abends wenn meine Eltern dann von der Arbeit kamen wollte meine Mutter uns kaum noch aus den Armen lassen, der Zwiespalt zwischen dem Geschäft und uns verschaffte meiner Mama oft ein schlechtes Gefühl. Sie liebte uns und wollte für uns da sein, doch ebenfalls wollte sie jeden Tag eine starke Geschäftsfrau sein, die sich verwirklichte. Und ich erinnere mich, obwohl ich so klein war, wie wir jeden Abend zusammen Schneideseminar-Kassetten von Toni & Guy anschauten. Für mich war es eine andere Welt, ich verstand die Sprache nicht und das was sie taten machte alles für mich keinen Sinn, aber es fasziniertere uns sehr. Meine Mutter liebte diese Kassette und saugte jede einzelne Handbewegung auf, um sie dann bei der nächsten Kundin genauso umsetzen zu können. Ich glaube, dass genau das uns alle so sehr geprägt hat.

Es geht immer noch besser

Meine Mutter gab sich die größte Mühe immer auf dem neusten Stand zu sein, schaute Kassette um Kassette, besuchte Seminare und feilte bei jedem Schnitt an ihrer eigenen Technik, damit sie irgendwann die beste Friseurin Deutschlands wird.

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Die Moral an unserer Geschichte

Damals habe ich mich oft gefragt, wie und wieso man die beste Friseurin Deutschlands werden will. Jedoch heute weiß ich, dass sie damit nur zu Ausdruck bringe wollte, dass man in alles was man tut, immer das größte anstreben sollte, um irgendwann das best Mögliche aus sich raus zu kitzeln.

Um ehrlich zu sein, hat sie das für uns persönlich schon geschafft. Sie ist für mich und meine Schwester ein großes Vorbild, in all unsere Arbeit versuchen wir, so viel wie möglich von ihrer Arbeit widerzuspiegeln.

Der Wunsch unserer Eltern

Der größte Wunsch meine Mutter war es natürlich, dass wir eines Tages mit ihnen im Laden stehen. Meine Mama sagt im Nachhinein, dass es sie gar nicht interessiert hat, ob wir super werden oder ob wir irgendwann irgendwas zusammen erreichen. Ihr einziger Wunsch war es, uns so viel wie möglich bei sich zu haben. Damit war sie schon immer zufrieden.

Mein Vater hingegen versuchte uns mit allen möglichen Mitteln zum Abitur und Studium zu überreden. Er wollte uns ermöglichen, vielleicht einen anderen Job zu finden, bei dem wir sorgenloser Geld verdienen können, als sie es bis zu diesem Zeitpunkt mussten, bis dann…

Fortsetzung folgt …

Ich hoffe euch gefällt der erste Teil von „wie Alles begann“, wenn ihr gern wissen wollt wie die Geschichte von diesem Punkt an weitergeht, schreibt mir in die Kommentare damit ich den zweiten Teil online stellen kann.

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