Wettlauf gegen uns selbst, zu uns selbst – Zusammenbruch, Teil 4

… der 4. Teil meiner Blogreihe wird langsam sehr persönlich:

my purpose

Ich habe ca. 10 Jahre meines Lebens in kompletter Unterdrückung meiner Emotionen gelebt. Etwas, das ich mir beigebracht hatte, um in unserem Familienbetrieb und in meinem Alter zwischen 15 und 25 ganz vorne mitspielen zu können. Ein Leben, in dem 3 starke, kreative und erfahrene Persönlichkeiten neben mir standen. Ich wollte eine Persönlichkeit sein, die Verantwortung tragen kann. Ich habe nach etwas gesucht, das meine Persönlichkeit, meine Familie, meine Schwester, Mutter und Vater stützt. Das war zu einer Zeit, als das Schicksal uns ein Bein gestellt hatte. Um meine labile, schwache Seite aufs Kreuz zu legen, um sie abzulegen, denn dafür war in diesem Moment kein Platz, ich MUSSTE stark sein – dachte ich zumindest.

Rückblick

2018 war eines meiner härtesten und emotionalsten Jahre meines Lebens. Wenn ich zurück schaue, kann ich gar nicht mehr wirklich zusammenzählen, wie oft ich zerbrochen bin. In diesem Jahr hat mich alles eingeholt, alles was ich die letzten Jahre verdrängt hatte und alles, was ich mir nicht eingestehen wollte.

Jedes Mal dachte ich „da komm ich nie wieder raus“, immer wieder aufs Neue wurde ich überflutet von Emotionen, die ich nicht kannte und nicht deuten konnte. Situationen mit den ich nicht umgehen konnte und Schwächen, die ich nie zugelassen hatte, haben mich eingeholt. Alles Sachen, die ich seit Jahren in mir getragen habe und immer erfolgreich weggesteckt habe.

Kalte Schulter

Kurz vor meinem ersten großen Zusammenbruch im Februar war ich bekannt für meinen eiskalten Blick, für meine kalte Schulter und meine kühlen und abweisenden Töne, die ich von mir gab, wenn es zu emotionalen Situationen kam. Menschen, die mir nahe standen verzweifelten regelrecht, denn keine Träne rührte mich und ich war in der Lage schlagartig alles zu verdrängen was kurz vorher passierte

Doch dieses Mal konnte ich mich nicht mehr gegen mein eigenes Menschsein wehren, es hieß „friss oder stirb“ und ich meine das genauso, wie ich es sage.

Zusammenbrüche

Doch dieses Jahr brach alles immer wieder zusammen was mich auch dazu gebracht hat, das alles Teilen zu wollen, denn ich erfinde mich jeden Tag neu und erstelle mir jeden Tag eine neue Theorie, um aus jeder Situation stark, lachend und glücklich rauszulaufen. Was mir jedes Mal aufs Neue gelingt. Ich entdecke das Leben jeden Tag neu und finde immer neue, schöne und positive Sichtweisen das Leben zu leben.

Neuanfang

Mit jedem Zusammenbruch und jeder Träne und jeder Emotion, die ich annehme, akzeptiere und achte entdeckte ich eine neue Ebene, eine neue Seite oder Eigenschaft an mir, die ich endlich erkenne und spüre.

Im gleichen Moment war ich alles andere als glücklich. Jedes Mal brach eine Welt zusammen, jedes Mal verlor ich ein kleines bisschen meines Glaubens in das Leben und jedes Mal kämpfte ich um mich selbst. Wir sind in der Lage, allen Menschen um uns herum zu entkommen. Egal wie. Doch können wir uns selbst, unseren Blick in den Spiegel führen oder später nicht mehr meiden. Was anfangs ein Fluch ist, ist doch irgendwann ein Segen für das Leben.

Aufbauen …

Der Nussknacker Zitat:

Alles was du brauchst findest du drin -in dir.

Dankbarkeit

Für mich ist das das schönste im Leben und ich bin mehr als dankbar für jeden Zusammenbruch und für jede Träne die geflossen ist, denn jetzt wo ich neu gelernt habe wie viel es bringt, wie weit es mich bringt, wie unglaublich selbstsicher und selbstbewusst es mich macht und wie viel Achtung ich mir dadurch selbst gebe, wenn ich mir selbst beistehen und eine Situation oder eine Emotion meistere, meinen Gefühlen und mit meinem Wesen auseinander zu setzten ist es das schönste und erfüllenste Gefühl. Wenn ich in der Lage bin, nach langem hin und her, eine Situation oder ein Gefühl deuten zu können, sie zurückführen zu können und eine Lösung finden kann, um diese Schwäche oder Angst zu nehmen und sie dann in etwas wundervolles Neues zu verwandeln und es als ein Teil von mir zu sehen.

Licht

Ich glaube auch, dass ist das ist, was andere Menschen in uns sehen. Jede Erfahrung und jeder Schritt, den wir in unsere Richtung gehen, jede Situation, die wir ganz alleine bewältigen entfacht ein kleines Licht in unseren Augen. Dieses Licht kann nie wieder erlichen solange wir den Glauben an uns selbst behalten und weiter machen. Selbst, wenn das Licht manchmal ausgeht, weil wir vielleicht unseren Weg verlieren, kommt jedes einzelne Leuchten wieder zurück, sobald wir uns wieder für uns und unseren eigenen Weg entscheiden.

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