Bevor wir zum eigentlichen heutigen Blogpost kommen, habe ich noch ein kleines Anliegen! 

Mein Anliegen an euch: Nehmt es mit Humor

Bei einem unserer Blogposts „Fragen und Aussagen, die jeden Friseur zum Wahnsinn treiben“ hat sich die ein oder andere Leserin angegriffen gefühlt, 

weil es für sie den Anschein machte, ich oder wir würden uns über unsere Kunden lustig machen oder gar öffentlich über sie lästern!

Wir sind doch gutherzige Menschen

Das finde ich sehr schade und es hat mich auch ein bisschen traurig gemacht, da ich sowas niemals machen würde. Wir sind Menschen und habe alle viele Dinge gemeinsam! Vielleicht sollte man die Dinge einfach nicht so ernst nehmen! Ich wollte deshalb etwas dazu sagen:

Mein Mann könnte sich Stunden über mich totlachen, ich mich wiederum aber auch über meinen Mann. Das könnt ihr mir glauben! Aber nicht, weil wir keinen Respekt voreinander haben. Kommt schon! Auch das gehört zum Leben dazu. Wir würden uns doch alle was vormachen, wenn wir nicht zugeben würden, dass wir vieles lustig finden!

Das Leben ist zu kurz

Das Leben ist kurz und wir sollten viele Dinge im Leben mit etwas mehr Humor nehmen. Ich liebe alle meine Kunden. Auch wenn sie mich machmal wahnsinnig machen mit ihren Bildern. Genau diesen grauen Haaren oder Haarspitzen sollen es sein. Jedoch auch, wenn sie total kaputt sind und sie sie nicht schneiden lassen wollen. Nichtsdestotrotz liebe ich sie wirklich alleeeee! Jede einzelne! Und ich lache mit ihnen darüber, dass mein inneres Friseur-Kind weinen muss, wenn es ihre Haarspitzen sieht …. Ich könnte das auch total ernst sehen und diskreter sein, aber hey, am Ende kommen die Spitzen eh nicht ab. Lasst es uns doch lieber auf die lachende Art machen, dann tun wir dabei auch noch was Gutes für unser Herz! In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen des Artikel „Familienbetrieb“:

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4 Fakten über unsere Familie in unserem Familienbetrieb

Südländisches Temperament

Wir sind ein Familienbetrieb und dazu noch ein Ausländischer. Also zum einen kennt jeder seine eigenen Familienverhältnisse und somit auch die Tatsache, dass man wegen dem ein oder anderen Familienmitglied gerne mal an die Decke geht. Zum anderen weiß jeder, wie temperamentvoll Südländer sind – das hilft nicht wirklich! 😉

1. Jeden Tag eine Kündigung in unserem Familienbetrieb

Es vergeht kaum ein Tag, da will mindestens einer von uns 5 aus dem Laden aussteigen und kündigt mündlich! Ich meine ok, ich kann mir das auch ganz klar erklären. Jeder will seinen eigenen Kopf durchsetzen und jeder denkt, der Chef zu sein (obwohl es natürlich nur ich bin :D). Wir unterbrechen den Anderen mit unsere viel besseren, neuen Idee. Jeder klugscheißert am Feierabend über das, was ein Anderer getan hat. Alle kotzen sich immer bei dem Einen über den Anderen aus. Aber so ist das eben in einem Familienbetrieb. Und wie schon gesagt, jeden Tag sagt ein anderer: „Ich glaube es ist besser, wenn ich alleine mein eigenes Ding mache! Ich werde aus dem Laden aussteigen!“

Die Vorteile eines Familienbetriebs

In der Regel meint es der liebe Gott da oben dann aber immer gut mit demjenigen. Denn kaum hat er den Satz nur ausgesprochen, kommt man in eine Situation, in der man die anderen so sehr braucht. Für solche Situationen ist aber ein Familienbetrieb da. Wir bauen uns gegenseitig in unserem Familienbetrieb auf und helfen uns gegenseitig. Man hat es auf einmal doch gar nicht so gemeint und man es so eigentlich totalllll mag zusammen zu arbeiten haha!

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2. Wir können nicht mehr … denken wir!

Wir arbeiten wirklich sehr viel. Unsere Öffnungszeiten sind 10 Stunden am Tag, das 5 Tage die Woche. Unsere Freizeit verbringen wir zu 80 Prozent auch in unserem Salon. Familienbetrieb eben. Zusätzlich nehmen wir uns immer viel vor und arbeiten noch an anderen Plänen! Somit haben wir oft wenig Freizeit und auch oftmals das Gefühl, unser Leben besteht nur aus dem Geschäft! Bei einem Familienbetrieb ist es eben so, dass man nichts in den Schoß gelegt bekommt. Deshalb sagen wir dauernd, dass wir das alles nicht mehr können. Ab und zu bricht jemand fast zusammen und sagt, dass es ihm zu viel ist. Er nicht mehr so viele Projekte anstreben möchte, nicht mehr so viel arbeiten möchte. Sondern einfach ganz normale Arbeitsstunden, ohne Überstunden machen will. Trotzdem, jeder würde den Familienbetrieb zu sehr vermissen.

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Aber wir lachen auch oft über uns selbst im Nachhinein. Weil wir, sobald wir uns dann einen Tag frei nehmen, ungelogen vielleicht gerade mal eine Stunde länger schlafen. Dann doch ins Geschäft kommen und sagen: „Mir geht’s wieder voll gut und wenn ihr wollt, kann ich euch helfen und arbeiten. Ein Familienbetrieb hält in jeder Situation zusammen, jeder packt an. Wir können einfach nicht ohneeinander. Oder vielleicht was zu essen vorbereiten, dann könnt ihr in die Pause! Ach und ich habe eine neue Idee, was wir vielleicht machen könnten! Das wäre bestimmt so cool!“ Und somit kommen wir zu unserem nächsten Fakt!

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3. Jeden Tag hat mindestens einer ein neues Projekt oder eine neue Idee

Kein Spaß, meine Familie ist verrückt und ich habe es auch vererbt bekommen. Wir alle 4 leiden an einem kleinen Problem in der Familie. Weshalb unser Familienbetrieb machmal auch Kopf steht. Ich kann es nicht ganz betiteln, aber eine Kundin hat es ganz freundlich erklärt und gesagt: „Ihr seid einfach zu kreativ!“

Vererbt?

Egal ob morgens, mittags, abends oder um 12 Uhr nachts, mindestens einer bekommt mal wieder eine Schnapsidee und dreht seinen eigenen Film im Kopf. Ich wollte nie so sein. Früher hat mich meine Mutter schon oft um 6 Uhr morgens geweckt, um mir ihre Idee von Vorher-Nachher Bildern auf einer App zu präsentieren. Das ist kein Spaß, das ist ca. 6 Jahre her.

Klarheit!

Ich meine, ich konnte das nie verstehen und dachte nicht, es könne normal sein, dass man gerne um 6 Uhr morgens aus dem Bett aufsteht. Und das nur, um die Tochter mit einer: „Ach so tollen Idee“ zu begeistern. Jedoch muss auch ich es nun leider zugeben: Ich bin jetzt noch viel schlimmer, sogar meine Schwester ist infiziert! Irgendeiner hat bis spätestens 01.00 nachts immer eine WhatsApp Nachricht auf dem Display mit: „Bist du noch wach? Ich habe eine Idee! Was meinst du, wenn wir ….?“. Noch ein Vorteil eines Familienbetriebs, man kann sich ständig und zu jeder Zeit nerven :D.

Mama – Der Meister der Ideen

Aber unsere Mutter ist und bleibt der Meister der Ideen und vor allem der neuen Pläne! Bei ihr passiert das nicht einmal am Tag, sondern so circa, ohne zu übertreiben, im 10 Minuten Takt! Ich werde aber nicht darüber urteilen, da ich die Vermutung habe, ich bin auf dem besten Weg dahin :D.

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4. Vertauschte Rollen

Irgendwas hat sich in den letzten Jahren verändert und ich kann mir einfach nicht erklären, wie und wann das passiert ist. Unser Familienbetrieb hat sich um 180 Grad gedreht.
Zum einen bin ich, Patrizia, mit meinen 27 Jahren, genau 4 Jahre älter als meine kleine 23-jährige Schwester. Ich glaube, bis ich ca. 19 war und sie logischerweise 15, war das auch so! Aber schleichend und langsam haben sich unsere Rollen angefangen zu vertauschen. Wisst ihr, was das bedeutet? Ich war immer die Große und war der Boss. Irgendwie hat die kleine Nervensäge es geschafft, dass sie mein Boss geworden ist. Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber ich habe richtig Angst und Respekt vor ihr! 😉

Sie macht die Regeln und ich muss mich danach richten, sonst gibt es Ärger!

Ich bin, wie ich bin

Zum Beispiel bin ich ein etwas temperamentvollerer Typ als sie und ich vergesse manchmal alles, was ich in meinem Leben gelernt habe an Manieren und benehme mich wie ein Kind! 

Oder ein anderes Beispiel: Ich bin sehr gutmütig und es passiert mir oft, dass die Menschen mit mir den Affen machen. Erst wenn ich dann anfange es zu merken und ich nicht mehr aus der Klemme komme oder meinen Mund nicht auf bekomme, dann (und ja ein wenig schäme ich mich fast schon) rufe ich meine kleine Schwester an. Ich muss es ihr petzen! Ich habe gerade Tränen vor Lachen in den Augen.

Meine Schwester als Mentor?

Auch wenn jemand es sich wirklich mit mir vermasselt hat und ich nie mehr mit demjenigen Kontakt haben sollte. Wenn ich mir das irgendwann anders überlegen sollte, habe ich den Drang, dass ich erst meine Schwester fragen muss. Und ich bin auch immer nur Vorlaut mit meinen Plänen und meinen Gedanken, bis ich es meiner Schwester erzähle. Dann werde ich immer sehr kleinlaut und schaue sie mit großen Augen an. Einfach in der Hoffnung, dass sie sagt: Ja, finde ich gut! 😀

Ironie?

Ich bin die 4 Jahre ältere und gleichzeitig kleinere Schwester von meiner 4 Jahre jüngeren großen Schwester. Kann man das verstehen? Ich glaube nicht. Aber ich freue mich schon darauf, wenn sie bei diesem Satz die Augen verdrehen wird.

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Eine weitere vertauschte Rolle:

Normalerweise, und so war das früher auch, waren unsere Eltern die Chefs. Die, die streng waren und immer Anweisungen gegeben haben. Immer an erster Stelle an den Laden dachten und dafür kaum an sich selbst. Sie waren schon immer sehr verantwortungsvoll und vor allem sehr autoritär. Wir waren als Teenager immer eher etwas genervt davon, dachten mehr an die Liebe, ans Ausgehen und an Freunde. Wir waren auch ein wenig größenwahnsinnig, wollten viel, aber hey, bloß nicht zu viel dafür arbeiten. Naja, ihr wisst ja, wie es in dem Alter so ist!

Wenn Eltern zu Kindern werden

Aber nun hat sich der Spieß gedreht: meine Schwester Isabella und ich haben pubertierende Eltern. Die mit uns im Salon arbeiten. In einem Familienbetrieb ist irgendwann eben auch die Zeit gekommen, in der die Kinder das Runder in die Hand nehmen. Ich komme mir manchmal vor, wie eine strenge Mutter. Erst recht, wenn ich meine Mutter an ihrem freien Tag arbeiten lassen muss und sie dann beleidigt ist. Was ist denn los, was ist denn nur passiert.

Mama muss das sein?

Wenn meine Mutter sich samstags einen Termin macht und frei haben will. Wenn wir ihr sagen müssen: „Nein Mama, wir können uns nicht alle am Samstag frei nehmen!“ Das ist wirklich zum Totlachen, wenn wir dann Sprüche an den Kopf geworfen bekommen wie: „Ihr seid so übertrieben, es ist doch nur ein Samstag!“

Noch ein paar Beispiele gefällig?

Noch ein tolles Beispiel: Wenn unser Papa, anstatt an einem Montag, an dem der Laden geschlossen ist, an einem Dienstagmittag auf die Idee kommt, etwas auszuprobieren. Etwas, wofür der Wasseranschluss abgestellt werden muss und er leise und mit gespitzten Lippen sagt, dass wir nun für eine Stunde kein Wasser haben. Dann aber das wichtige Teil beim Ausprobieren kaputt gegangen ist. In so Momenten kommt es schon mal vor, dass wir sagen: „Nicht dein Ernst, sowas macht man doch nicht unter der Woche PAPA!“

Spiegel Beispiel

Oder wenn ihm die Höhe der Spiegel nicht gefällt und er sie Freitagmittag bei Vollbetrieb mit einem mega Bohrer etwas höher anschraubt. Wir unsere Kunden mit schämend grinsendem Lachen 5 mal fragen müssen: „BITTE WAS WAS HABEN SIE GESAGT?“
Abends halten wir dann natürlich wieder ein Standpauke, dass das das letzte Mal war, dass wir ihn mit einem Bohrer mit der Hand gesehen haben!

Best of

Die beste Geschichte bleibt aber diese hier: Letzten Sommer probierte mein Vater UV-Schutzfolien aus, die beim Wiederabziehen einen schlimmen Klebefilm hinterlassen haben. So, nun ist uns das natürlich bereits im Oktober aufgefallen. Wir haben sämtliche Mittel versucht, kaum etwas hat geholfen. Wir haben den Tipp bekommen, es mit Terpentin zu versuchen. Wer das nicht kennt, es stinkt! Nein, nicht so wie ihr denkt – es stinkt schlimmer. Ich könnte schwören, es macht sogar high oder so, haha!
Naja 3 mal dürft ihr raten, wann mein Papa das mal ausprobieren wollte: KLAR SAMSTAGS bei Vollbetrieb. Bei -5 Grad, selbstverständlich mit offnem Fenster. Sonst wäre der Geruch bei dem kleinen Versuch natürlich eine Zumutung für uns und die Kunden gewesen.
Meine Schwester Isabella sagte dann nur: „PAPA, sag mal! Es ist eiskalt und es stinkt! Das macht man doch an einem Sonntag!“ Er spitzte wieder die Lippen zusammen und sagte. „Ups, riecht man das?“

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Fazit

Ihr Lieben, das waren unsere ersten etwas lustigeren 4 Fakten unseres Familienbetriebs! Wie ihr seht, bei uns gibt es immer was zu lachen und wir hoffen, wir haben euch wenigstens ein wenig zum Grinsen gebracht! 😉 

 

 

Familienbetrieb

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